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Zughunde

Ein neuer Hundesport lässt alte Traditionen wieder aufleben.
Eine breite Beschäftigungspalette für Hunde wird in Hundesportvereinen und Hundeschulen angeboten.
Was aber mit den großen, schweren Hunden tun, die nicht geeignet sind, ihre Körpermasse über Hürden und Schrägwände zu wuchten, sich durch enge Slalomstangen zu zwängen, die sich nicht zur Schutzhundeausbildung oder Jagd eignen?
Große Hunde arbeiten gerne und wollen auch geistig gefordert werden. Das alleine lässt sich in hervorragender Weise mit der Zugarbeit in ihren vielen Varianten erreichen.
Mit dem Erlernen des Ziehens eines Wagens fängt jeder Zughundesport an.
Aber was für jede andere Hundesportart gilt, ist auch hier unbedingt vonnöten, Zughunde brauchen eine ordentliche Grundausbildung.
Jedem Zughundeführer sollte also klar sein: Ein unfolgsamer oder schlecht erzogener Hund gehört nicht auf die Straße.
Besonderen Spaß macht es den Hunden, in sogenannten Parcours zu ziehen, wobei verschiedene Hindernisse wie weite Slaloms, Tore und Stege bewältigt werden müssen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Eigeninitiative die Hunde dabei entwickeln und mit welchem Ehrgeiz und Eifer die Vierbeiner diese Parcours bewältigen.
Welche Hunde eignen sich ?
Zughunde sind die sogenannten Familienhunde großer Rassen, z.B. Hütehunde und Arbeitshunde, für die es in der heutigen Zeit eigentlich keine sinnvolle und artgerechte Beschäftigung mehr gibt. All diese großen Hunderassen und natürlich auch große Mischlinge arbeiten gerne und eignen sich zum Ziehen. Die Hunde sollten, bevor sie dabei voll belastet werden, ausgewachsen sein, mindestens über eine Schulterhöhe von 50 cm verfügen und mindestens 25 kg schwer sein. Diese Zughunde ziehen mit Kraft und Ausdauer und können problemlos dabei das Vier- bis Fünffache des eigenen Körpergewichts bewegen. Die angenehmste Gangart für den Hund dabei ist der Trab. Gut trainierte Zughunde bestimmen ihr Tempo selbst, und dabei sollte man es auch belassen. Strecken bei Wanderungen von mehr als 20 km sind dabei kein Problem. Frei fahrende Hunde bewältigen locker 15 km lange Trails, wobei sie mit so manchem Radfahrer locker Schritt halten. Diese großen Zughunde werden meistens alleine oder zu zweit eingespannt, wobei wir festgestellt haben, dass zwei miteinander harmonisierende Hunde noch zu weitaus größeren Leistungen fähig sind. Bei Veranstaltungen geht es mehr um Geschicklichkeit und nicht unbedingt um Bestzeiten. Es sollte jedoch schon auch einmal erwähnt werden, dass eine richtige Auslastung eines trainierten Zughundes nur mit dem freien Fahren zu erreichen ist.
Was braucht man zum Ziehen ?
Im Vordergrund der ganzen Arbeit steht immer, dass es dem Vierbeiner Spaß macht und er keinesfalls überfordert wird.
Eine gute Ausdauerübung für Zughunde ist, diese am Fahrrad traben zu lassen.
Ein Saccogestänge (etwa 110,- €) und ein entsprechendes Geschirr (ca. 50,- €) sind von den Kosten her eine günstige Investition, um in den Zughundesport einzusteigen.
Bei der Wahl des Hundewagens kommt es darauf an, was man mit seinem Hund später machen will.
Will man frei fahren, wird man um die Anschaffung eines Saccos nicht herumkommen. Die Kosten liegen dabei bei ca. 1.200,- €.
Ein weiterer Vorteil der norwegischen Trainigswagen ist, dass man zwei Hunde zusammen einspannen kann.
Will man nur das Wagenziehen praktizieren, gibt es inzwischen Hersteller, die entsprechende Hundewagen aus Metall herstellen, Kosten um die 650,- €, dabei sind bei der Fertigung auch Sonderwünsche möglich. Billiger ist ein herkömmlicher Bollerwagen aus dem Baumarkt, unter 100,- €. Natürlich muss man dann eine Vorrichtung für die Zugstange anbringen lassen, dabei sind Hobbybastler gefragt. Wer allerdings handwerklich firm ist, dem sind beim Wagenbau keine Grenzen gesetzt.
Natürlich geht es auch teuerer, mit speziell angefertigten Brustblattgeschirren aus Leder, um die 250,- €, und historisch angefertigten Wagen. Diese werden überwiegend in der Schweiz für mehr als 1.500,- € angeboten.