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Obedience

 

Geschichte des Obedience

Wie Agilitiy hat Obedience seinen Ursprung in Großbritannien, wo es bereits vor 1925 entstand. In der ersten Zeit waren die Obedience-Prüfungen allerdings nur ein Bestandteil der "Working Trials", eine Art Vielseitigkeitsprüfung für Hunde. Diese Working Trials, die sich auch heute noch großer Beliebtheit erfreuen, wurden im Jahr 1919 vom britischen Zuchtverein für Deutsche Schäferhunde eingeführt.

Einige Jahre später gab es auf solchen Working Trials bereits die Möglichkeit, in einer reinen Obedience-Klasse anzutreten. Als Sport "entdeckt" wurde Obedience erst nach dem Zweiten Weltkrieg. 1951 wurde auf der wohl berühmtesten aller Hundeausstellungen, der britischen "Crufts", erstmals Obedience von einigen Hundeführern vorgestellt.

Im selben Jahr wurde vom Kennel Club auch ein Reglement eingeführt, das bereits die Möglichkeit eröffnete, einen Meistertitel - "Obedience Champion" - zu erlangen (dieser Titel gehört natürlich dem Hund, nicht dem Hundeführer, und wird auch in die Papiere eingetragen und dem Namen des Hundes vorangestellt).

Im Jahre 1955 wurden - wieder im Rahmen der Crufts - die ersten Meisterschaften ausgetragen, die "Crufts Obedience Championships". Seitdem sind sie zur festen Tradition geworden und viele britische Hundeführer träumen davon, sich einmal im Leben für diese Meisterschaft zu qualifizieren.

In weiten Teilen Westeuropas gehört Obedience fest zum Hundesportalltag, in seinem Ursprungsland England und den USA erfreut es sich ausgesprochener Beliebtheit.

In Deutschland wurde im Jahr 2001 eine vorläufige, im Sommer 2002 dann eine etwas überarbeitete, nun gültige Prüfungsordnung erarbeitet, so dass nun auch hierzulande interessierte Hundesportler die Möglichkeit haben, Prüfungen abzulegen.

Zwar ist durch die FCI eine oberste Klasse schon verbindlich für alle Teilnehmer festgelegt (die Obedoence-Weltmeisterschaften werden nach diesen Regeln ausgetragen), doch für die nach Schwierigkeitsgraden abgestuften Prüfungen unterhalb der FCI-Klasse gelten unterschiedliche Regeln, die im jeweiligen Land festgelegt werden. So unterscheidet sich etwa eine deutsche "Stufe 2 - Prüfung" durchaus von einer "Stufe 2 - Prüfung" in Holland oder Dänemark.

Was ist Obedience ?

Obwohl Obedience eigentlich nichts weiter als Gehorsam heißt, kann an diesem Sport auch der Zweifler erkennen, dass sich ernsthafter Hundesport sehr wohl mit Hundeausbildung ohne Zwang vereinbaren lässt.

Obedience ist eine Prüfungsform im Hundesport, bei der ein Hund freudig mit seinem Teamgefährten Mensch verschiedene Übungen meistert und ein kontrolliertes Verhalten in unterschiedlichen Situationen zeigt. 

Wer schon einmal einen gut ausgebildeten Obediencehund gesehen hat, weiß, was ich meine ... Hundeausbildung ohne Zwang bedeutet, dass der Hund keine Übung gegen seinen Willen tut, sondern dass er alles, was von ihm verlangt wird, auch selbst tun will. Zwang ausüben kann jeder. Werkzeuge dazu gibt es in Hülle und Fülle zu kaufen.

Jedoch den Teamgeist im Hund zu wecken, ihn dazu zu bewegen, mitmachen zu wollen, ist die wahre Kunst der Hundeausbildung und glücklicherweise nirgends käuflich zu erwerben!

Obedience ist wie bereits erwähnt eine Hundesportart. Das Wort kommt aus dem Englischen und heißt nichts weiter als "Gehorsam". Tatsächlich besteht diese Sportart überwiegend aus bekannten Gehorsamsübungen, wie Bei-Fuß-Gehen, Apportieren, Vorausschicken, Abrufen, Bleib-Übungen und Sitz, Platz und Steh aus der Bewegung.

Es gehören aber auch Übungen dazu, die hierzulande außerhalb von Obedience nicht in hundesportlichen Prüfungen vorkommen, z.B. Distanzkontrolle, bei der der Hund in großem Abstand zu seinem Besitzer eine Reihe von Positionswechseln (Platz, Sitz, Steh) ausführen muss, ohne sich dabei von der Stelle zu bewegen, oder Geruchsunterscheidung, bei der es darum geht, dass unter mehreren gleich aussehenden Gegenständen vom Hund derjenige herausgesucht und apportiert werden soll, der den Geruch seines Besitzers trägt.

Was ist anders am Obedience ?

Außer den schon erwähnten "neuen" Übungen fällt dem Betrachter vor allem ein Aspekt ins Auge:

Beim Obedience wird nicht stur nach "Schema F" ein auswendig gelernter Ablauf bestimmter Schrittfolgen und Richtungswechsel abgespult. Der Richter bestimmt den Ablauf jedes Mal wieder neu. Das bedeutet, dass der Hundeführer alles nur auf Anweisung des Richters tut - jede Wendung, jeder Tempowechsel, jedes Anhalten oder Losgehen werden angesagt.

Der Vorteil liegt auf der Hand:

Viele Hundesportler kennen sicher das Phänomen, dass prüfungserfahrene Hunde in manchen Übungen nicht mehr so sehr auf die Anweisungen ihres Hundeführers achten, sondern diesen vorgreifen, da sie ohnehin schon wissen, was als Nächstes verlangt wird. Das ist zwar aus Sicht der Richter fehlerhaft, aber eigentlich nur allzu verständlich. Auf der anderen Seite werden so ausgebildete Hunde manchmal schon verwirrt, wenn sich der gewohnte Ablauf einmal ändert, und zögern dann.

Beim Obedience dagegen gestalten sich die Prüfungen für Mensch und Hund viel abwechslungsreicher und der Hund muss sich zwangsläufig auf seinen Menschen konzentrieren, um zu erfahren, was er als Nächstes tun soll.

Als Beispiel hierfür der Ablauf des Apportierens:

Der Hund befindet sich in der Grundstellung. Der Richter gibt dem Hundeführer die Anweisung, den Apportiergegenstand zu werfen. Dann - auf Anweisung des Richters - wird der Hund hinterhergeschickt, um den Gegenstand zu apportieren. Beim Hundeführer angekommen, sitzt der Hund mit dem Gegenstand vor. Der Hundeführer muss auf weitere Anweisung des Richters warten, bis er den Gegenstand nehmen darf. Der Hund sitzt immer noch vor. Dann, wiederum auf Anweisung des Richters, wird der Hund in die Grundstellung genommen.

Hier wird deutlich:

Hundeführer, die mit ihren Hunden alle Übungen immer nach demselben, wiederkehrenden Muster ausgeführt haben, müssen gewaltig umdenken.

Ein weiterer großer Unterschied zwischen Obedience und beispielsweise der Begleithundeprüfung ist die Vielzahl von unterschiedlichen Klassen, in denen man antreten kann. Von der reinen Anfängerklasse bis hin zur Meisterschaft gibt es zahlreiche Schwierigkeitsstufen, sodass weder Neulinge durch allzu starke Konkurrenz gleich entmutigt werden, noch Könner auf ihrem Gebiet durch zu niedrige Anforderungen in der Prüfung die Lust verlieren. Wer möchte, kann sich sogar die Teilnahme an der Obedience-Weltmeisterschaft (FCI) zu Ziel setzen.

Für wen ist Obedience geeignet ?

Beim Obedience geht es in erster Linie um Präzision. Perfektes Bei-Fuß-Gehen, akkurates Apportieren oder gerades Vorsitzen erfordern vor allen Dingen eine Menge Übung. Auf Sportlichkeit kommt es nicht so sehr an - eine gute Möglichkeit also, auch mit Hunden, die durch ihre Rasse, Körpergröße oder Gesundheit für andere Sportarten nicht infrage kommen, erfolgreich an Prüfungen teilzunehmen.

Obedience kann man also wirklich bedenkenlos jedem empfehlen, der daran interessiert ist, mit seinem Hund zusammen eine vielseitige, interessante Sportart zu erlernen.

Eine Menge Beschäftigungsmöglichkeiten - auch im Alltag - eröffnen sich dadurch, und auch ehrgeizige Hundesportler, die sich gern im Wettkampf mit anderen Teams messen, finden hier Aufgaben für viele Jahre.

Die einzelnen Klassen des Obedience

Die Durchführungen in den Klassen Beginner-Klasse, Klasse 1 und 2 werden durch die VDH-Obedience-Prüfungsordnung (VDH-OB PO) geregelt.

Die Klasse 3 wird durch das FCI-Reglement vorgegeben und entspricht der FCI-Internationale-Obedience-Klasse.

In dieser Klasse werden auch Europa- und Weltmeisterschaften durchgeführt.

In der Beginner-Klasse wird sehr auf die Wesensprüfung des Hundes Wert gelegt und man muss sogenannte Pflichtübungen erfüllen. Erhält das Team bei nur einer der 5 Pflichtübungen keine Bewertung, ist es durchgefallen.

In den Leistungsklassen Obedience 1, 2 und 3, wird eine kontinuierliche Leistungsanforderung und Weiterentwicklung der Übungen erkennbar.

Die Beginner-Klasse enthält folgende Übungen:

1.    Verhalten gegenüber anderen Hunden

2.    Stehen und Betasten

3.    Gebiss zeigen

4.    Ablage in der Gruppe

5.    Leinenführigkeit

6.    Freifolge

7.    Sitz aus der Bewegung

8.    Kommen auf Befehl

9.    Zurücksenden zum Platz

10.  Bringen auf ebener Erde (Holzapport)

11.  Umgang Mensch-Hund

 

Die Klasse 1 enthält folgende Übungen:

 

1.    1 Minute sitzen mit Sichtkontakt

2.    3 Minuten liegen mit Sichtkontakt

3.    Leinenführigkeit

4.    Freifolge

5.    Platz aus der Bewegung (Viereck 10 x 10 m)

6.    Kommen auf Befehl

7.    Zurücksenden zum Platz

8.    Sprung über die Hürde

9.    Bringen (Holzapport)

10.  Kontrolle auf Distanz

11.  Umgang Mensch-Hund

 

Die Klasse 2 enthält folgende Übungen:

 

1.    2 Minuten sitzen mit Sichtkontakt

2.    3 Minuten liegen ohne Sichtkontakt

3.    Freifolge

4.    Sitz, Platz aus der Bewegung

5.    Kommen mit Platz

6.    Voraussenden in ein Viereck mit Hinlegen

7.    Apport über die Hürde (Holzapport)

8.    Metallapport

9.    Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen

10.  Kontrolle auf Distanz

11.  Umgang Mensch-Hund

 

Die Klasse 3 enthält folgende Übungen:

 

1.    2 Minuten sitzen

2.    4 Minuten liegen

3.    Freifolge

4.    Stehen, Sitzen und Platz aus der Bewegung

5.    Abrufen mit Stehen und Platz

6.    Voraussenden in ein Viereck

7.    Bringen auf Anweisung

8.    Metallapport über die Hürde

9.    Geruchsunterscheidung aus max. 6 Gegenständen

10.  Kontrolle aus Distanz

 

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